SinasArtikel

Interaktive Videos: Online-Video-Marketing 2.0

4 Min. Lesezeit  ·  
Oliver Schwamb
27. Januar 2016

Online-Werbespots kennen wir alle. Sie funktionieren. Sie werden gesehen. Was aber vielmehr zählt, als gesehen zu werden, ist die Interaktion mit einer Marke, denn durch sie werden Zuschauer viel enger an eine Marke gebunden.

Was macht den großen Unterschied zwischen einer TV- und einer Online-Videomarketing-Kampagne aus? Im Internet werden die Zuschauer zu Nutzern. Durch Maus und Browser haben sie die Entscheidungsgewalt, ob Werbung konsumiert werden soll, oder nicht. Ein Extrem dieser Entscheidungsgewalt sind Ad-Blocker: 24% der Internet-Nutzer in Deutschland haben einen Ad-Blocker auf ihrem Device. Trotz Ad-Blocker und gerade wegen der Entscheidungsgewalt der Nutzer ist das Netz die perfekte Plattform, um aus einem Zuschauer einen Kunden zu machen.

Dafür sind unterhaltende Videos ein guter Anfang (siehe die Artikel: Der neue BVG-Spot – Ist uns nicht egal! // Smarte Werbung). Und trotzdem nutzen sie nicht das ganze Potential des Internet: Die Interaktion. Im besten Fall sehen Nutzer diese beiden Spots freiwillig – was, verglichen mit dem TV, schon ein riesiger Schritt in Richtung Akzeptanz beim „Zuschauer“ ist -, sie interagieren aber nicht mit den Spots. Einen Schritt weiterzugehen und den Nutzer aktiv in das Marketing einzubinden, ist also nur logisch. Aber wie?

Interaktives Storytelling: Altes in neuem Gewand

Durch interaktives Storytelling! Das ist kein Phänomen der Internet-Ära. Schon aus den 80ern kennen wir Text-Adventures: Bücher, in denen sich der Leser an verschiedenen Stellen für eine von mehreren Optionen entscheiden muss. Der Leser beeinflusst den Verlauf der Geschichte – ihm wird das Gefühl gegeben, die Geschichte nach seinen Vorlieben steuern zu können. Aber mehr noch: Indem sich der Leser für eine Option entscheidet, schließt er die andere aus. Und dann schlägt seine Neugier zu, denn er kann nur wissen, ob er die „richtige“ Entscheidung getroffen hat, wenn er die andere Entscheidung auch liest. Seine Neugier bringt ihn zu einer noch intensiveren Auseinandersetzung mit der Geschichte; immer vorausgesetzt, die Geschichte macht Spaß!

Im Netz lassen sich interaktive Geschichten noch viel einfacher und auch vielfältiger umsetzen, als es ein Buch zulässt. YouTube und seine Anmerkungen (bzw. auch für mobile Geräte geeignet: „Infokarten“) bietet da schon das nötige Rüstzeug.

Interaktives Video: The Teleporter

Neben den klassischen „Choose-Your-Adventure“ Stories, können ganz andere Mechanismen das Erlebnis für den Nutzer zu einem unvergesslichen machen. Im Video „Haunted House“ (Haunted House – Webpage) kann der Nutzer nichts anderes tun, als einen Teilbereich des Videos auszuwählen, den er sehen möchte. Trotz des geringen Interaktionsgrads ist das Video gerade wegen seiner Interaktion für den Zuschauer extrem intensiv.

Die meisten Leuchtturm-Projekte für interaktives Storytelling kommen aus dem fiktionalen Bereich. Wie können diese Mechaniken also gewinnbringend im Online-Videomarketing eingesetzt werden?

Der neuseeländische Pizza-Lieferservice „HellPizza“ lässt die Nutzer eine besondere Pizzaauslieferung erleben.

Interaktives Video: DELIVER ME TO HELL

Mit über elf Millionen Views kein schlechtes Marketing!

Nicht auf YouTube, aber mit der gleichen Mechanik funktioniert das Marketing für die TV-Serie „Scream“. Hier können User versuchen in einem Horrofilm zu überleben…viel Glück!

Interaktives Video: Scream

Zwar bedeutet es mehr Produktionsaufwand, eine Geschichte mit mehreren Entscheidungen zu produzieren, als einen kurzen Spot, aber dafür setzt sich der Nutzer intensiver mit dem Inhalt auseinander: Immer wieder muss er aktiv werden, um die Geschichte voran zu bringen. Und damit setzen sich die Nutzer auch intensiver mit der Marke auseinander – und das freiwillig.

 

Ähnliche Beiträge: 5 Brands Telling Remarkable Stories
Euch gefällt, was ihr lest? Dann tragt euch in unseren Newsletter ein und verpasst keinen Artikel auf FourScreens mehr!

Bildquelle: YouTube: „The Teleporter“, YouTube: „Deliver me to Hell“, Hauted House

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>